Neue ZUGFeRD-Funktion – B2B Innergemeinschaftliche Lieferungen mit abweichender Lieferadresse in elektronisch Rechnung für Magento 2 abbilden

Abweichende Lieferadresse in ZUGFeRD-Rechnungen aus Magento 2 abbilden

Bei B2B-Bestellungen stimmen Rechnungsanschrift und Lieferanschrift nicht immer überein. Ein Unternehmen kann seine zentrale Buchhaltung in Deutschland haben, die bestellte Ware jedoch an ein Lager, eine Niederlassung oder einen Projektstandort in den Niederlanden liefern lassen.

Für solche Geschäftsvorgänge enthält die KonVis ZUGFeRD-Erweiterung für Magento 2 eine neue Funktion (seit Version 2.0.5 bzw. 3.0.5). Die elektronische Rechnung kann nun eine Lieferadresse ausgeben, die von der Rechnungsanschrift abweicht.

Der Rechnungsempfänger und der tatsächliche Lieferort lassen sich dadurch getrennt in der strukturierten XML-Rechnung abbilden. Das ist vor allem für B2B-Shops relevant, die Kunden mit mehreren Standorten innerhalb der Europäischen Union beliefern.

Kann ZUGFeRD eine abweichende Lieferadresse enthalten?

Ja. Das der ZUGFeRD-Rechnung zugrunde liegende Datenmodell nach EN 16931 sieht neben den Angaben zum Käufer auch einen eigenen Bereich für den Lieferort vor.

Der Rechnungsempfänger kann daher eine andere Anschrift besitzen als das Unternehmen, Lager oder Werk, an das die Ware geliefert wird. Für den Lieferort lassen sich unter anderem das Land, der Ort, die Postleitzahl und weitere Adressangaben strukturiert hinterlegen.

Im EN16931-Datenmodell wird die Lieferanschrift als eigene Datengruppe geführt. Wird diese Gruppe genutzt, muss unter anderem ein Ländercode für den Lieferort angegeben werden. Bei einer als innergemeinschaftliche Lieferung gekennzeichneten Rechnung darf der Ländercode des Lieferorts nicht fehlen.

Die neue Funktion der KonVis Erweiterung greift diesen Anwendungsfall auf und übernimmt die abweichende Lieferanschrift aus der Magento-Bestellung in die elektronische Rechnung.

Ein typischer B2B-Fall zwischen Deutschland und den Niederlanden

Ein deutscher Magento-Shop verkauft Waren an einen Geschäftskunden. Der Kunde verwendet bei der Bestellung folgende Anschriften:

Funktion Anschrift
Rechnungsanschrift Unternehmenszentrale in Deutschland
Lieferanschrift Warenlager in den Niederlanden
Rechnungsempfänger Deutsches Unternehmen
Warenempfänger Niederländischer Standort

Die Rechnung geht an die deutsche Zentrale. Die Ware wird physisch in die Niederlande transportiert.

Magento speichert Rechnungsanschrift und Lieferanschrift bereits getrennt innerhalb der Bestellung. Für die elektronische Rechnung müssen diese Informationen jedoch auch in die vorgesehenen Bereiche der XML-Datei übernommen werden.

Mit der neuen Funktion kann die KonVis ZUGFeRD-Erweiterung beide Anschriften getrennt ausgeben. Die Rechnungsanschrift kennzeichnet den Rechnungsempfänger. Die Lieferanschrift dokumentiert, an welchen Standort die Ware geliefert wurde.

Damit wird der Geschäftsvorgang in der maschinenlesbaren Rechnung genauer dargestellt.

Wie die neue Funktion in Magento 2 arbeitet

Die KonVis Erweiterung erzeugt aus den Magento-Rechnungsdaten eine elektronische Rechnung im ZUGFeRD-Format. Der Schwerpunkt des Moduls liegt auf dem strukturierten XML-Teil. Die Erweiterung kann die XML-Rechnung im Kundenkonto und im Magento-Administrationsbereich bereitstellen oder per E-Mail versenden.

Bei einer Bestellung mit identischer Rechnungs- und Lieferanschrift bleibt der bisherige Standardprozess bestehen.

Wählt der Geschäftskunde eine abweichende Lieferadresse, kann diese nun zusätzlich in der XML-Rechnung berücksichtigt werden. Dadurch stehen zwei getrennte Adressbereiche zur Verfügung:

Rechnungsanschrift

Sie kennzeichnet den Käufer beziehungsweise Rechnungsempfänger.

Lieferanschrift

Sie kennzeichnet den Standort, an dem die Ware empfangen wird.

Die konkrete steuerliche Berechnung erfolgt weiterhin auf Grundlage der Shopkonfiguration und des jeweiligen Geschäftsvorgangs. Die neue Funktion konzentriert sich auf die korrekte Übernahme und Ausgabe der Lieferadresse.

Für welche Bestellsituationen ist die Funktion relevant?

Die Funktion ist nicht auf Lieferungen zwischen Deutschland und den Niederlanden begrenzt. Sie eignet sich grundsätzlich für Bestellungen, bei denen Rechnungsanschrift und Lieferort voneinander abweichen.

Typische Beispiele sind:

Zentrale und Lager liegen in verschiedenen Ländern

Die Rechnung geht an die deutsche Unternehmenszentrale. Die Ware wird an ein Lager in Belgien oder den Niederlanden geliefert.

Eine Einkaufsabteilung bestellt für eine Niederlassung

Der zentrale Einkauf nimmt die Bestellung vor. Empfänger der Ware ist ein anderer Unternehmensstandort innerhalb der EU.

Lieferung an einen Produktionsstandort

Die Rechnung wird von der Konzernbuchhaltung verarbeitet. Die Ware geht direkt an ein Werk in Frankreich, Österreich oder Polen.

Lieferung an ein Fulfillment-Lager

Der Käufer lässt die Ware unmittelbar an einen externen Logistikdienstleister liefern.

Lieferung an einen Projektstandort

Maschinen, Ersatzteile oder Materialien werden an eine Baustelle oder einen zeitlich begrenzten Einsatzort geliefert.

Diese Fälle treten besonders häufig bei Geschäftskunden mit zentralisiertem Einkauf und dezentraler Warenannahme auf.

Ist eine ausländische Lieferadresse automatisch eine innergemeinschaftliche Lieferung?

Nein. Eine Lieferanschrift in einem anderen EU-Mitgliedstaat reicht allein nicht aus, um eine Rechnung steuerfrei als innergemeinschaftliche Lieferung zu behandeln. Bitte klären Sie das Thema mit Ihrem Steuerberater, dies ist keine steuerliche Beratung und rein, wie wir es verstanden haben.

Nach § 6a UStG müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehört unter anderem, dass die Ware tatsächlich aus Deutschland in das übrige Gemeinschaftsgebiet befördert oder versendet wird. Auch die Eigenschaft des Abnehmers und die umsatzsteuerliche Behandlung des Erwerbs spielen eine Rolle.

Bei innergemeinschaftlichen Lieferungen müssen außerdem die Umsatzsteuer-Identifikationsnummern des liefernden Unternehmens und des Leistungsempfängers in der Rechnung angegeben werden. § 14a UStG enthält dafür besondere Vorgaben.

Der liefernde Unternehmer muss die Warenbewegung in einen anderen EU-Mitgliedstaat zudem durch geeignete Belege nachweisen können. Die Anforderungen an diesen Nachweis ergeben sich unter anderem aus der Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung.

Die abweichende Lieferadresse ist damit ein wichtiger Bestandteil der Dokumentation. Sie allein entscheidet jedoch nicht über die Steuerfreiheit.

Shopbetreiber sollten insbesondere prüfen:

  • Wohin wurde die Ware tatsächlich transportiert?
  • Welche Umsatzsteuer-Identifikationsnummer verwendet der Kunde?
  • Passt die Magento-Steuerregel zum Geschäftsvorgang?
  • Sind Rechnungs- und Lieferanschrift vollständig?
  • Liegen die erforderlichen Transportnachweise vor?
  • Stimmen Bestellung, Rechnung und Buchhaltungsdaten überein?

Die steuerliche Konfiguration sollte mit der Buchhaltung oder Steuerberatung abgestimmt werden. Das gilt besonders für Reihenlieferungen, Dreiecksgeschäfte, Konsignationslager und Bestellungen mit mehreren beteiligten Unternehmen.

 

Wie lässt sich die neue Funktion testen?

Vor dem Einsatz im produktiven Shop sollte der vollständige Rechnungsprozess geprüft werden.

Ein möglicher Testablauf sieht so aus:

  1. Einen B2B-Testkunden in Magento anlegen.
  2. Eine deutsche Rechnungsanschrift hinterlegen.
  3. Eine Lieferanschrift in den Niederlanden ergänzen.
  4. Die benötigte Umsatzsteuer-Identifikationsnummer eintragen.
  5. Eine Bestellung mit dem vorgesehenen Steuerszenario durchführen.
  6. Die Magento-Rechnung erzeugen.
  7. Die ZUGFeRD-XML herunterladen.
  8. Rechnungsanschrift und Lieferanschrift kontrollieren.
  9. Ländercodes und Steuerangaben prüfen.
  10. Die XML-Datei mit einem aktuellen Validator validieren.

Zusätzlich sollte geprüft werden, ob individuelle PDF-Module, ERP-Schnittstellen oder Erweiterungen zur Steuerberechnung Einfluss auf den Prozess haben.

KonVis empfiehlt ebenfalls gründliche Tests, insbesondere wenn ein Shop angepasste Rechnungsabläufe, besondere Steuerfälle oder weitere Rechnungserweiterungen verwendet.

EU-B2B-Bestellungen genauer in der E-Rechnung darstellen

Mit der neuen Funktion kann die KonVis ZUGFeRD-Erweiterung eine abweichende Lieferadresse aus der Magento-Bestellung in der elektronischen Rechnung berücksichtigen.

Dadurch lassen sich Rechnungsempfänger und tatsächlicher Lieferort getrennt darstellen. Das ist besonders für B2B-Unternehmen mit mehreren Lagern, Niederlassungen oder Projektstandorten innerhalb der EU relevant.

Shopbetreiber erhalten damit eine genauere Abbildung grenzüberschreitender Bestellungen in der strukturierten XML-Rechnung. Die steuerliche Bewertung und die Prüfung der notwendigen Nachweise bleiben Bestandteil des jeweiligen Rechnungs- und Buchhaltungsprozesses.

Weitere Informationen zur Erweiterung finden Sie auf der Produktseite:

https://www.konvis.de/elektronische-rechnung-zugferd-erweiterung-fuer-magento-2-onlineshop-xml/

Quellen und weiterführende Informationen

KonVis ZUGFeRD-Erweiterung für Magento 2
https://www.konvis.de/elektronische-rechnung-zugferd-erweiterung-fuer-magento-2-onlineshop-xml/
Abrufdatum 22.07.2026

Forum elektronische Rechnung Deutschland zu ZUGFeRD und Factur-X
https://www.ferd-net.de/standards/zugferd
Abrufdatum 22.07.2026

§ 6a Umsatzsteuergesetz zu innergemeinschaftlichen Lieferungen
https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__6a.html
Abrufdatum 22.07.2026

 

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