Die 10 häufigsten Fehler in Magento Projekten

Hier eine Auflistung der häufigsten Fehler in Magento Projekten.

1. Perfektionismus (besonders Design)

Konzept BeratungBesonders im Bereich des Designs wird oftmals an jedem kleinsten Detail etliche Male geschraubt und gedreht, ohne das das Design Photoshop verlässt.

Jeder beteiligte Designer bzw. Projektmanager, Kunde und andere Personen geben Ihren Meinung dazu. Es wird verbessert und angeschaut, Varianten getestet und erneut geändert. Das Resultat ist eine massive Verschwendung von Arbeitszeit. Keiner der beteiligten ist in diesem Stadium in der Lage, die wirklich Auswirkungen auf das Kundenverhalten zu bestimmten.

Es werden teils auch komplett irrelevante Details wie die exakte Positionierung von Buttons, Zeilenabständen usw. bereits in Photoshop feinjustiert. Also Dinge die man später in css mit 2 Zahlen ändern kann wird mühsam in Photoshop in 5-10 Minuten oder deutlich mehr Arbeit angepasst. Dann wird ein JPEG rausgespeichert, es wird per Mail versand. Und im schlimmsten Fall wird noch darüber telefoniert. So kommt man für mini Änderungen auf gut 30 – 60 Minuten verschwendete Arbeitszeit nur für ein mini Detail.

Daher hier die klare Empfehlung auf keinen Fall in etliche Design runden verfallen(!). Das Design muss nur gut und ansprechend sein. Es muss aber auf keinen Fall perfekt sein(!) Perfektionismus kann man sich erst erlauben, wenn der Magento Shop online ist und auch wirklich Kunden einkaufen. Wenn es dann keine anderen Baustellen mehr ist, kann man gerne Zeit und Geld in Details investieren.

2. Utopische Einnahmen-Kalkulationen

günstige Magento ShopsDies ist eine der gefährlichsten Fehler. Es werden oft komplett utopische Kalkulationen für die Einnahmen-Seite aufgestellt. Leider ist es für Neulinge im eCommerce schlicht nicht nachvollziehbar, dass das Verhältnis von Interessenten zu Kunden extrem niedrig ist.

Man spricht von der sogennanten Conversion-Rate die bei ca. 3% liegt. Das bedeutet von 100 Besuchern des Shops werden gerade mal 3 zu Kunden.

Oftmals wird z.B. kalkuliert, dass ein Shop 30.000€ kostet. Ein Kunde macht ca. 10€ Gewinn. Daher wird gerechenet

30.000€ / 10 €=> 3.000 Bestellungen

3.000 Bestellungen / 365 Tage => 8,12 Bestellungen pro Tag

8,12 Bestellungen pro Tag hört sich in der Tat nicht nach viel an. Und so denken Neulinge oftmals, dass sich ein 30.000€ Shop gut nach einem Jahr rechnen kann. Das ist aber komplett falsch(!)

Die 3.000 Bestellungen entsprechen nur 3% der nötigen Besucher.

3.000 Besucher x 100 / 3 => 100.000 Besucher

Die 100% nötigen Besucher um 3.000 zu erhalten sind somit 100.000 Besucher(!)

Wenn man nun weiter rechnet:

100.000 Besucher / 356 Tage => 273 Besucher pro Tag

Wenn man dann weiß, dass ca. 60 Besucher nach 6 Monaten(!) ein realistischer Wert sind… Merkt man sehr schnell, dass die Wirklichkeit mit sehr großer Wahrscheinlichkeit sehr sehr anders aussehen wird und man riesig viel Geld verlieren wird (!)

Auf folgender Seite finden Sie einen Rechner von uns, mit dem Sie die Wirtschaftlichkeit durchrechnen können.

http://www.konvis.de/online-shop-magento/wirtschaftlichkeitsrechnung-online-shop-konversion-rate.html

 3. Blindes Vertrauen auf Marketing/Werbeagenturen

Keyword Kannibalisierung Magento ShopWir haben es leider oft erlebt, dass selbst ernannten “Marketingprofis” “eCommerce Berater” und anderen blind vertraut wird und dies sehr böse endet.

Einige Agenturen haben die Geschäftspraktika, dass Sie selbst den Kunden beraten und am Projektbudget beteiligt werden, aber die Entwickler mit dem Kunden direkt einen Vertrag haben.  Wenn dann das Projekt schief läuft, weil der Kunde nicht über Dinge wie die Conversion Rate aufgeklärt wurde, ist die Agentur fein raus. Der Kunde muss sich mit mehren Parteien rumschlagen und alle schieben die Schuld zu jemandem anders.

Daher sollten Sie frühzeitig klären wie die Vertragsverhältnisse sind. Es muss klar sein, wer für was verantwortlich ist. Natürlich kann eine Agentur keinen wirtschaftlichen Erfolg garantieren(!) Weil wenn man Produkte verkauft, die schlicht keinen Markt haben, kann auch die Agentur nichts dafür. Jedoch ist es wichtig auch die Aussagen einer Agentur laufend zu hinterfragen und sich auch selbst weiterzubilden.

4. Fixierung auf AdWords

Bei vielen Shops wird AdWords direkt von Beginn an als einzige und entscheidenden (Online) Marketing Maßnahme gesehen. Es wird ganz selbstverständlich angenommen, dass natürlich Kunden in den Shop müssen und diese holt man über Adwords. Dort bezahlt man pro Klick und ein Teil der Besucher wird dann zu Kunden.

Was jedoch meist komplett nicht beachtet oder von einigen Agenturen auch verschwiegen wird… Ist, dass auch hier die Conversion Rate voll zuschlägt(!) Wenn Sie für 100 Klicks bezahlen, können Sie davon ausgehen, dass maximal 3% auch zu Käufern werden. Diese Rate kann aber auch deutlich schlechter sein.

Erst im Laufe der Zeit werden Sie über AdWords soviel Erfahrung gesammelt haben, dass Sie genau wissen welche Keywords eine gute Conversion Rate haben und welche eine schlechte. So kann man im Laufe der Zeit die Conversion Rate verbessern, sodass man bei 3% oder auch teilweise leicht besser landet.

Wenn aber wirklich AdWords als einzige Marketing Maßnahmen geplant ist, hat man ein großes Problem. Adwords kostet je Klick immer Geld. Das bedeutet man kauft jeden Käufer ein. Hätte man dagegen frühzeitig in Texte für SEO investiert würde man nach einer gewissen Zeit (ca. 3 Monate) laufend Klicks kostenlos über die Texte erhalten.

Während bei Adwords die Kosten somit gleich bleiben, würden die Kosten der SEO Texte je Klick fallen.

Dazu gibt es im Bereich AdWords auch viele schwarze Schafe. Nur weil jemand ein Zertifikat von google hat, bedeutet das nicht, dass dieser auch wirklich AdWords sinnvoll schaltet(!) Spätestens, wenn Keywords wie “Katzenbilder” oder andere Dinge geschaltet werden, sollten Sie die Zusammenarbeit dringend überdenken.

5. Fehlendes KnowHow + Budget im Bereich (Online) Marketing

Ein großer Fehler ist auch fehlendes Know How im Bereich (Online) Marketing. Es reicht in keiner Weise aus nur AdWords oder SEO zu beherrschen. Man sollte in der Lage sein auch über den Tellerrand hinaus zuschauen und z.B. Linkbuilding betreiben können. Also Maßnahmen entwickeln, die dazu führen, dass der eigenen Shop häufig verlinkt wird.

Auch sollte man sich im Bereich Social Media oder auch Newsletter-Marketing auskennen. Nicht jedes Online Marketing Mittel ist wirklich geeignet für den eigenen Shop, aber man muss diese bewerten und auch testen können.

Leider gibt es auch hier professionelle Anbieter, die sich rein in einem Thema gut auskennen aber keine Ahnung von den anderen Bereichen haben. Das führt dazu, dass einem Bereich viel zu viel Beachtung geschenkt wird, während andere Bereich, die rentabler wären unbeachtet bleiben.

Der gleiche Effekt tritt auch ein, wenn schlicht viel zu wenige Budget vorhanden ist. Wenn das Budget gerade einmal für einige wenige Klicks Adwords ausreicht, ist kein Geld mehr vorhanden um z.B. Texte zu erstellen oder andere Marketing Formen zu testen.

mehr zum Know How von KonVis

6. Fehlende Brücken zwischen online und offline

Auch wenn ein Online Shop natürlich online genutzt wird, ist dieser keinen losgelöste Insel. Ein Magento Online Shop sollte und muss mit anderen Marketing-Maßnahmen verzahnt sein. Das fängt bei Nennung der Domain auf Visitenkarten an und hört bei lokalen Netzwerken und anderen Dingen erst auf. Dort sind die Möglichkeiten und Potenziale riesig.

Wer jedoch Online als Online betrachtet und nicht versucht den Shop mit der “offline Welt” zu verbinden verschenkt hier wichtige Potenziale. Gleichzeitig kann und sollte der Shop wiederum auf die offline Welt hinweise bzw. diese einbinden. Wenn Ihre Produkte z.B. umfangreiche Beratung benötigen ist es mehr als sinnvoll auf Showrooms, Beratungsnummer usw. hinzuweisen und dort eine Brücke zu bauen.

7. Rechtliche Beratung viel zu spät

Das Internet ist alles andere als ein rechtsfreier Raum. Besonders im Bereich des B2C Geschäftes gibt es eine riesige Menge an Gesetzen und Rechtsprechungen bei Magento Shops zu beachten. Daher sollte dort möglichst früh ein Rechtsanwalt eingeschaltet werden. Diese muss neben offensichtlichen Dingen wie AGB und Impressum auch Dinge wie Preisauszeichnungen und vieles mehr im Shop prüfen. Die darauf folgenden Änderungen sind meist minimal, aber wenn man diese nicht macht oder erst auf den letzten Drücker vor Online Gang ist dies sehr ärgerlich. Dazu kann eine Abmahnung auch extrem viel Geld kosten.

8. Unterschätzung Aufwand für Inhalte (Bilder, Beschreibungen, …)

Das ein Shop Produktbeschreibungen und auch Bilder haben sollte, versteht jeder sofort. Es wird aber der Aufwand oft stark unterschätzt. Bei Magento braucht es weit mehr als 5 Minuten um ein Produkt anzulegen. Es müssen Texte geschrieben und formatiert werden. Dazu müssen die Bilder hochgeladen, sortiert und richtig benannt werden.

Der aufwändigste Punkt aber ist das Schreiben der Texte(!) Viele Online Shops haben viel zu kurze Beschreibungen, obwohl die Produkte für Kunden nur schwer zu verstehen sind. Dazu kommt, dass Produktbeschreibungen dringend notwendig sind um das Produkt bei google gut auffindbar zu machen.

Hier sollte dringend bedacht werden, dass all dies Zeit benötigt. Und 300 Produkte z.B. nicht 1-2 Tage sondern eher 1-2 Wochen benötigen.

9. Fokus nur auf Umsatz statt auf KPIs (+ Kein Webtracking)

Sobald ein Shop online ist gibt es oft den Fokus rein auf Bestellungen und Umsatz. Dies ist jedoch nur die Spitze des Eisberges und die aller letzte Stufe der Auswirkungen. Viel wichtiger ist es auch die darunter liegenden Kennzahlen zu verstehen und anzuwenden. Diese Kennzahlen liefern einem erst die Informationen um zu verstehen was gut oder schlecht im Shop läuft. Und erst dann kann man überlegen was man wie ändern oder erweitern sollte um Schwächen zu beheben oder auch Potenziale zu nutzen.

10. Falsche Partner

Für Neulinge im Magento Online Shop Bereich ist es sehr schwer einen richtigen Partner zu finden. Dort muss man sich zum großen Teil auf sein Bauchgefühl verlassen.

Wir haben bereits Kunden von Agenturen “übernommen”, bei denen die vorherigen Agenturen den Kunden leider das blaue vom Himmel versprochen haben. Rausgekommen ist ein total überteuerter katastrophaler Online Shop der massive Mängel aufweißt.

Man braucht einen Partner der extrem fit in den verschiedensten Bereichen ist. Das bedeutet er muss Ahnung von Design, Benutzerfreundlichkeit, Programmierung, SEO, Webtracking und vielem mehr haben. Aber es ist natürlich auch möglich auf mehre Partner zu setzen. Dann hat man aber das Problem, dass wenn etwas nicht läuft sich die AdWords Agentur mit der SEO Agentur “kloppt” und sich den schwarzen Peter zuschiebt.

Lassen Sie sich Referenzen der Agentur zeigen und fragen Sie, wenn möglich, auch direkt bei den Referenz-Unternehmen nach. So können Sie sicher sein, dass die Agentur einen guten Job macht und nicht nur ein Projekt nach dem nächsten abwickelt.

Daher ist dort unsere Empfehlung auf einen Partner zu setzen, der das ganze koordiniert und bei Bedarf Subunternehmen zuschaltet. Wenn dann etwas nicht läuft hat man einen Ansprechpartner und muss sich als Kunde nicht mit verschiedenen ärgern.

 

Mehr Information zu Magento Beratung von KonVis gibt es hier:

Magento Online Shops von KonVis

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